Themen


Dossiers


News / 12. November 2009

Audimax an der TU besetzt

Bildungsstreik 2009

Heute fanden sich mehrere hundert Studierende an der TU Berlin zu einer Vollversammlung zusammen. Sie solidarisierten sich erneut mit Aktionen und Besetzungen an anderen Universitäten in Deutschland und Europa. Die AktivistInnen wollen Bildung, die nicht von wirtschaftlichen Interessen geleitet wird und soziale Ungleichheiten nicht reproduziert sondern ihrer Abschaffung entgegen strebt. Außerdem sind die Forderungen nach kostenfreier Bildung, Verbesserung der Lehre und vor allem Demokratisierung der Hochschule nach wie vor aktuell.

Im Anschluss an die Vollversammlung, die im Physikgebäude stattfand, wurde das Audimax im Hauptgebäude besetzt. Dort wurde mit Vizepräsident Steinbach ausgehandelt, den Raum vorerst besetzt zu halten. Das Präsidium lässt den Hörsaal nicht räumen.

Die BesetzerInnen wollen von da aus das weitere Vorgehen planen. Arbeitsgruppen haben sich gebildet und arbeiten unter anderem einen detaillierteren Forderungskatalog aus. “Eine neue Dynamik ist spürbar. Wir fühlen uns von den Aktionen andernorts angespornt, aber auch die Konfrontation mit der neuen Bundesregierung dürfte ihren Beitrag leisten. Der Herbst wird heiß!”, so Danièl, einer der BesetzerInnen.

Wer also auf das Politische Mandat verzichtet, macht sich zum Sachverwalter der Autorität, akzeptiert das ihm zugewiesene Ghetto und bietet der Gesellschaft die Möglichkeit, die Universität nach Belieben zu manipulieren. Mit dem Lockruf nur und ausschließlich die Interessen der Studenten vertreten zu wollen, ziehen diese trojanischen Pferde als fünfte Kolonne der Obrigkeit in die studentische Selbstverwaltung ein, wo sie mit Bienenfleiß alles verwalten, ohne etwas zu ändern.
(Bonner AStA-Zeitung 66/67)