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News / 19. June 2009

Berliner SchülerInnen und StudentInnen belagern drei Banken innerhalb von vier Stunden

Bildungsstreik 2009

Berlin – Bildungsstreik und Banküberfall: Die Berliner Polizei sah sich am Donnerstagnachmittag einer neuen Form von Protest gegenüber. Nach dem Abschluss einer friedlichen Kundgebung gegen Studiengebühren und Mittelkürzungen im Bildungssystem sowie dem scheinbaren Überfallverzicht auf die hierfür umzingelte Hypo Real Estate-Filale in der Rankestraße löste sich die Demonstration nicht einfach auf. Zielgerichtet steuerten die SchülerInnen und StudentInnen zur nahegelegenen Commerzbank auf dem Kurfürstendamm und stürmten – nicht ohne lautstark gegen die Scheiben zu trommeln – direkt weiter zur fast benachbarten Filiale der Deutschen Bank.

Während des Sitzstreiks bis in die späten Abendstunden wurde vor allem eines deutlich: Den Demonstranten ist es bitterernst. Auch humorvolle Kommentare – zur “ängstlichen” Haltung konservativer Jungendgruppen oder zur mangelhaften Krisenbewältigung durch die Politik – konnten nicht darüber hinwegtäuschen, dass die bestehenden Probleme sogar diese doch eher zielgerichtete als revolutionäre Generation zur Gegenwehr treiben.

Das Vorgehen, die Disziplin und die nur einmal ausgesprochene, aber ständig sichtbare “Solidarität” unter den SchülerInnen und StudentInnen überforderte heute sichtlich die Ordnungskräfte. Es bleibt zu hoffen, dass die Politik besonnen und kompromissbereit reagiert, denn nach dem heutigen Tag ist ein Ende der Proteste vorläufig nicht in Sicht. Pfefferspray, Schläge und Drohungen gegen Minderjährige sind jedenfalls kein geeignetes Aushängeschild für die Diskussionskultur der KultusministerInnen.

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Revolutionäre Politik ist immer auch ein Ringen um das Bewußtsein der Massen; insofern ist sie elitär, als dieses Bewußtsein zuerst von wenigen ausgebildet wird; und sie ist zugleich antielitär, als sie danach strebt, das Privileg der Minderheit aufzuheben und ihr Bewußtsein zur Jedermannsphilosophie werden zu lassen. (...) Erst wenn die Kultur der Beherrschten zur dominierenden wird, ist er Boden für die Revolution bereit. DIe Hegemonie besitzt, wer die Weltanschauung der Menschen prägt.
(Hans Heinz Holz)